der himmel hatte die farbe eines auf einen toten kanal geschalteten holos. die blau leuchtenden silhouette von hoth, die fast die haelfte des horizontes ausfuellte, verschwand gerade hinter den schroffen huegeln des kleinen mondes, das letzte licht, das von hoth reflektiert wurde, lies den schutzschild ein weiteres mal blaeulich schimmern, bevor die schwaerze des alls den mond in dunkelhaut tauchte.

der kleine, kaum bekannte mond hinter hoth, den sowohl die imperiale, als auch die republikanischen datenbanken als wertlosen felsen auswiesen, hatte dem kopfgeldjaeger in den letzten wochen als unterschlupf gedient. jetzt stand sa’eed in seinem kampfanzug  auf dem steinigen vorsprung, der die landezone vor dem eingang zu seiner bunkeranlage begrenzte, die sich weit unter der oberflaeche des mondes erstreckte. bei  jeder kleinsten bewegung war das scharren der beschlagenen stiefeln auf dem rauen stein zu spueren. das einzige geraeusch war das zischen der atem ventile, durch die das verbrauchte gas ausgestossen wurde, wo alle verbleibende feuchtigkeit sofort gefror und sich als kleiner nebel verfluechtigte. auch innerhalb des schilds lag die temperatur weit unter dem gefrierpunkt des wassers und ohne seinen kampfpanzer, haette er keine minute lang ueberlebt.

 „wir sollten diesen schrotthaufen von einem schiff endlich fertig zum start machen.“  hoerte der jaeger makos stimme auf dem comm kanal des anzugs. haette er sich umgedreht, haette er sie durch die verkratzen fenster des cockpits an der navigationskonsole stehen gesehen. das optische erscheinungsbild der in die jahre gekommenen D5-Mantis war nicht gerade vertrauenserweckend. der geuebte blick allerdings wuerde sofort die diversen modifkationen erkennen ... verstaerkte panzerung, schilde, extra munitions behaelter fuer raketen und torpedos und da waren noch andere, mit freiem auge nicht erkennbare module an dem schiff. ein jaeger wie sa’eed war auf alles vorbereitet.

ohne seine antwort abzuwarten, lies  seine gefaehrtin den antrieb des schiffs warmlaufen. ein paar augenblicke noch die ruhe geniessen, ein kurzes innehalten. die entscheidung stand jedoch schon lange fest. der naechste schritt musste wie geplant ausgefuehrt werden. doch danach gibt es kein zurueck, das wusste er.

der flug war routine. der neue id code des gestohlenen schiffs ... mako ist ein wahres genie, wenns darum geht, in alle arten von computer und netzwerke zu slicen, dachte der jaeger bei sich ... hatte den check der imperiale anflug kontrolle von dromund kaas problemlos bestanden und wenige stunden spaeter hatte sa’eed die mantiz sicher in dem kleinen hangar geparkt.

auch die fahrt nach kaas city, durch die waelder von dromund kaas, verlief ebenfalls ohne zwischenfaelle. fast zu einfach, dachte der jaeger. sein verstand war nur noch mehr auf der lauer. fokussiere ... du weisst, was du willst, niemand kann sich dir in den weg stellen. nur kurz waren seine gedanke abgeschweift, jetzt konzentrierte er sich ausschliesslich auf das hier und jetzt.

die nexus cantina in kaas city war beruehmt beruechtig fuer ihre gaeste. vom waffenhaendler, der den abschluss seines letzten geschaeftes feierte, imperiale adelige, angezogen von der verruchten atmosphaere, sklavenhaendler, kopfgeldjaeger, raumpiloten. alle rassen und dialekte des imperiums schienen hier versammelt zu sein. und genau der ort, an dem er seinen kontakt zu treffen hoffte. beim betreten der cantina lies er seinen blick durch die menge schweifen auf der suche nach einem geeignet tisch fuer sich und mako. sein blick fiel in einen kleinen, durch eine halbhohe wand vom hauptraum abgetrennten bereich mit einigen freien plaetzen. in der ecke gegenueber sassen die gluecksspieler an ihren tischen. einige von ihnen sahen aus, als waeren sie seit tage nicht von ihren plaetzen aufgestanden. links und rechts vom eingang, die holos der twi’lek taenzerinnen, wie sie in fast allen kneipen zu finden waren.

die cantina war fuer diese spaete stunde noch sehr gute besucht, den weiblichen cyborg am hinteren ende der bar hatte er jedoch sofort bemerkt. fast einen kopf groesser als er, muskuloese statur, mit straehnigen haaren in fast dem selben fahlen weiss wie ihre haut und dem unverkennbaren markenzeichen eines sith kriegers, dem lichtschwert an ihrem guertel.

„mako, check die cyborg da hinten an der bar, vergleich ihre biosignatur mit der, die wir erhalten haben. dass muss ennyo sein.“

mako, die wie ein schatten nie von der seite des jaegers wich, scannte unauffaellig die kriegerin und verglich die daten mit ihrer datenbank. „ jup, das ist sie!“

die haltung der kriegerin, jede ihrer bewegungen lies deutlich erkennen, was sie von den uebrigen besuchern der cantina hielt. jedoch war auch ihre unruhe zu spueren. sie schien auf der suche nach irgendetwas zu sein.

„ich moechte gar nicht wissen, welche art von vergnuegungen eine sith an einem ort wie diesem sucht.“  - „denk dran, mako, wir sind einen weiten weg gekommen, sie zu treffen. geh zur bar, hol getraenke, stell sicher, dass ihr blick dir folgt, wenn du wieder hierher zurueck kommst.“

mako war gut darin, aufgewachsen in den strassen von narr shaddaar, wusste sie ganz genau, was zu tun war. als sa‘eed ihrem blick zur bar folgte, war er wieder kurz abgelenkt von der anmut ihrer bewegungen. nicht jetzt! konzentriere dich. musste er sich wieder einmal ermahnen. die strapazen der letzten monate der grossen jagd, waren auch an ihm nicht spurlos vorueber gegangen. doch jetzt war keine zeit fuer muessiggang, der plan musste vorangetrieben werden.

wie erwartet, konnte auch die sith ihren blick nicht von der cyborg lassen, sie hatte jedoch ihre absicht schnell durchschaut und lies ihren blick durch die bar schweifen. beim erste blickkontakt mit dem bounty hunter, war ihr sofort klar, dass sa’eed nicht zufaellig in der cantina war und dass sie der grund dafuer war. sofort benutze sie die macht, um in den kopf des jaegers einzudringen, seine  gedanken zu lesen. ihr versuch wuerde jedoch nur von einem kalten laecheln beantwortet.

ennyo war auch der blick des jaegers in richtung ausgang und die damit verbundene aufforderung nicht entgangen.

sa’eed nahm noch einen grossen schluck, stellte einige augenblicke spaeter das glas auf den tisch und verlies die nexus cantina. kurze zeit spaeter folgte die kriegerin. als ennyo den ausgang erreichte, sah sie gerade noch den schatten des jaeger rechts hinter der ecke verschwinden und nach einem kurzen blick in beide richtungen, die strassen von kaas city waren immer noch belebt, aber niemand schien auf ihn zu achten, ging sie ihm nach. dicke regentropfen trommelten auf den schweren steinplatten der strasse vor der cantina. ennyo zog sich die kapuze ihres umhangs ueber den kopf und folgen dem jaeger in die kleine gasse, die an der seite der cantina in richtung des industrie sektors fuehrte.

als ennyo um die ecke bog, spuerte sie ploetzlich die praesenz des jaeger hinter sich, doch ehe sie sich umzudrehen vermochte, bohrte sich die muendung eines blasters in ihr genick.

„nicht umdrehen“ zischte eine stimme an ihrem ohr. ein schneller griff zum lichtschwert und der jaeger haette zum letzten mal seinen blaster auf jemanden gerichtet. aber irgendetwas an sa’eed hatte ihre neugierde geweckt. wollen mal sehen, was er zu sagen hat, dachte ennyo bei sich.

„man sagte mir, ihr seid auf der suche nach begleitern fuer einige groessere operations.“

„sagt man das?“

der jaeger wusste um die bedrohlichkeit der situation, auch dass die sith ihn mit ihrem lichtschwert vielleicht nicht toeten; sein panzer hatte schon einigen angriffe von lichtschwertern abgeleitet; aber dennoch sehr gefaehrlich werden konnte.

"wir sind eine schon laenger im untergrund operierende gruppe, die auf derartige auftraege spezialisiert ist.“ die stimme strich wie ein kalter wind ueber ihr ohr. die sith wuerde ungeduldig. gleich toeten? aber vielleicht konnte man vorteil aus der situation ziehen.

„warum sollte mich das interessieren, jaeger?“ – die sith rang um ihre beherrschung. langsam lies ennyo ihre kapuze vom kopf gleiten und drehte sich um. sa’eed zog seinen blaster voellig unbeeindruckt ein wenig zurueck. „ ich haette dich erschiessen koennen.“ die kriegerin war an ende ihrer geduld, als sie jedoch in die augen des kopfgeldjaeger blickte, hielt sie inne, das war auf jeden fall jemand, der schon einige schlachten geschlagen hat. das war ihr sofort klar. vielleicht lasse ich ihn noch eine weile leben und hoere mir an, was er zu sagen hat, dachte ennyo. mit einem kurzen blick erfasst sie jedes detail der erscheinung des kopfgeldjaegers. rattataki ... offworld scum. wo nicht grossflaechige schwarze tattoos die haut bedeckten, schien sie ebenso fahl wie die ihre, aber fast transparent. von einem netz aus dunklen adern durchzogen. die ruestung war tadellos in ordnung gehalten, auch wenn sie viele gebrauchsspuren aufwies.

„wir sind auf einem sehr aehnlichem gebiet taetig. ein koordination unserer aktivitaeten koennte fuer beide seiten von vorteil sein.“ sagte sa’eed zu der sith.

„was haelt mich davon ab, dich und deine brut eurem eigenen blut ertrinken zu lassen?“ erwiderte ennyo, sie war sich aber nicht mehr so sicher, ob sie den rattataki toeten sollte.

„das haben schon einige versucht und sind gescheitert.“ noch schneidender wurde die stimme des jaegers. „ich gebe dir 3 tage zeit, das angebot zu ueberdenken, danach koennen wir ueber einzelheiten sprechen, oder uns bekaempfen, es liegt bei dir!“ noch ein blick in die augen der sith und sa’eed wusste, dass er das interesse seines gegenuebers geweckt hatte. „in 3 tagen, hier der code eines gesicherten holochannels, da koennt ihr mich erreichen“.

dann drehte sich sa’eed um und war wenigen augenblicke spaeter im dunkel der nacht verschwunden. ennyo sah ihm nach und entdeckte nur noch mako, die gefaehrtin des jaegers, die sich einen moment spaeter ebenfalls wieder auf den rueckweg in richtung cantina machte.

ich glaube, die beiden seh ich wieder dachte ennyo. ich werde dann entscheiden, ob ich sie leben lasse.

kurz vor ablauf der 3 taegigen frist ging eine nachricht auf dem channel ein, den er der kriegerin gegeben hatte und sa'eed vereinbarte einen treffpunkt in den unknown regions, wo er die letzten tage mit wartung und reparatur seiner ausruestung verbrachte. seit dem tot des supreme chancellors stand er als "republics most wanted" ganz oben auf den fandungslisten. ein aufenthalt in den inneren systemen schien im zur zeit nicht angeraten.

das zischen der sich schliessenden luftschleuse uebertoente kaum das hektische treiben ihrer crew, die ihre fury fuer den abflug bereit machten. "warum ist das schiff noch nicht startklar?" sie spuerte foermlich die feindseligkeit zwischen quinn und der restlichen crew. sie hatten ihm den verrat an ihr noch nicht verziehen. gut. das wuerde ihn nur mit noch groesserem ansporn seine aufgaben erledigen lassen. wie immer hatte sie ihnen zuwenig zeit fuer die vorbereitungen gelassen und genoss ihren zorn.

im cockpit rief sie die sternenkarten auf und sah sich den sektor genauer an, den der jaeger fuer ihren treffpunkt gewaehlt hatte. unknown regions ... dachte sie, clever, ich kann nicht direkt hinspringen, die karten fuer diese regionen waren zu ungenau fuer einen hyperraum sprung. sie wuerde den letzten teil des wegs mit konventionellem antrieb fliegen muessen und der jaeger wuerde sie lange bevor sie da war auf seinen scannern sehen. ausser, da war ein feld mit eis asteroiden am rande des sektors, von dem sie wusste, dass es vorzugsweise piraten zur wasserversorgung diente. es wuerde zwar ihren weg um ein wenig verlaengern, aber so konnte sie sich durch das asteroiden feld naehern, ohne sofort entdeckt zu werden.

sie hatte immer noch nicht entschieden, ob sie das angebot des jaeger annehmen, oder diesen einfach toeten sollte. er hatte dem imperium gute dienste geleistet, aber das kuemmerte sie nicht. "hier sind die koordinaten fuer den hyperraumsprung“, sie leitete die daten an die navigationskonsole weiter, an der malavai quinn sass. kurze zeit spaeter war das schiff bereit fuer den sprung.